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Neues Medikament reduziert Grippesymptome auf ein Drittel
Mit der naßkalten Jahreszeit beginnt auch die `Grippezeit` wieder. Ein neues Medikament kann die übertriebene Reaktion des Immunsystems auf den tödlichsten Stamm von Grippeviren deutlich reduzieren. Die Fähigkeit zur Virusbekämpfung bleibt dabei voll erhalten.

Wissenschaftler des Imperial College in Großbritannien haben das Medikament OX40:lg erfolgreich an Mäusen getestet, die mit A-Grippe infiziert wurden. Diese Form der Grippe war 1918 für den Tod von 20 Mio. Menschen verantwortlich. Es konnten sowohl der Gewichtsverlust als auch die Entzündung der Lungen um zwei Drittel verringert werden. Entscheidend dabei sei, dass das Virus trotz der Verringerung der Symptome erfolgreich bekämpft werden kann, erklärte die leitende Wissenschaftlerin Tracy Hussel gegenüber Newscientist.
Um eine Dämpfung der Immunreaktion zu erreichen, untersuchte das Team mit OX40 ein Molekül, das bei der Entzündungsreaktion eine entscheidende Rolle spielt. Werden die Lungen normalerweise durch ein Virus angegriffen, kommt es zu einer Aktivierung der T-Zellen. Diese wandern in die Lungen um die Mikroben anzugreifen. Gleichzeitig wird ein zweiter Angriff des Immunsystems eingeleitet, der so genannte Cytokin-Sturm. Dieser Ansturm von Chemikalien verursacht eine Entzündung und kann sogar zum Tod führen. Nach ein oder zwei Tagen steigern die T-Zellen die Produktion von OX40. Dieses Molekül gibt den T-Zellen ein Überlebenssignal, das sie deutlich länger in der Lunge verweilen lässt. Laut Ian Hussel sei diese verlängerte Präsenz nicht notwendig und dehne auch den Cytokin-Sturm aus.

Das neue Medikament, das OX40 Fusionsprotein OX40:lg, funktioniert über die Anbindung an den OX40 Rezeptor und die Blockierung der aktivierten T-Zellen. Das von Xenova Research produzierte Medikament stoppte die Grippesymptome bei Mäusen. Versuchstiere, denen zur Kontrolle eine andere Substanz verabreicht wurde, verloren 25 Prozent ihres Körpergewichts, schienen gedrückt, zogen sich zurück und verloren sechs Tage nach der Infektion den Appetit. Mäuse, denen OX40:lg in die Nase gespritzt wurde, zeigten diese Symptome nicht. Zusätzlich war ihre Fähigkeit entsprechend auf eine zweite Grippeinfektion zu reagieren nicht beeinträchtigt.

Hussel geht davon aus, dass dieses Medikament grundsätzlich bei der Behandlung jeder Krankheit mit einer starken entzündlichen Reaktion wie auch Asthma und SARS zum Einsatz kommen könnte. Derzeit finden Tests für eine Asthmabehandlung mit Mäusen statt. Die Wissenschaftler hoffen, erste Tests mit OX40:lg an Erwachsenen 2004 durchführen zu können. Die aktuelle Studie ist im Journal of Experimental Medicine (www.jem.org)erschienen.

Quelle: www.pte.at



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