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Lymphosarkome beim Pferd
Glücklicherweise treten Lymphosarkome bei dieser Spezies verhältnismäßig selten auf. Entsprechend wenig(er) wird über sie geforscht. Diese gerade publizierte Untersuchung aus Kanada liefert ausgesprochen spannende neue Erkenntnisse nach Auswertung einer verhältnismäßig großen Fallzahl. So sind beispielsweise T-Zell-Lymphosarkome die häufigere Form, und Gewichtsverlust war das häufigste wenn auch unspezifische klinische Symptom.

Die klinischen, labordiagnostischen und histopathologischen Befunde von 37 Pferden mit Lymphosarkomen wurden ausgewertet.
Die Tiere waren zwischen 0.3 und 20.5 Jahren alt (Median 5.0 Jahre), 18 von ihnen waren weiblich, 19 männlich.

Die häufigsten Auffälligkeiten in Anamnese und klinischer Untersuchung waren Gewichtsverlust (n = 25) und ventrales Ödem (n = 21).
Die häufigsten Veränderungen der Laborbefunde waren Hyperfibrinogenämie (n = 26), Hypoalbuminämie (n = 19), Anämie (n = 19), Leukämie (n = 14), Hyperglobulinämie (n = 13), und Thrombocytopenie (n = 13).
34 Tumoren befielen multiple lymphoide Gewebe und Bauchhöhlen- oder Thoraxorgane.
3 Tumoren waren auf Haut und Unterhaut beschränkt.

Histopathologisch war bei sämtlichen Tumoren die normale Architektur des Lymphoknotens diffus durchsetzt.

Die Tumorzell-Morphologie war bei 17 Tumoren heterogen, und 8 Tumoren hatten eine deutliche Infiltration von Histiozyten und mehrkernigen Riesenzellen.

Eine ausgedehnte Nekose bzw. eine fokale Fibrose wurden in 22 bzw. 4 Fällen festgestellt.

Eine Färbung der Tumoren mit Antikörpern gegen CD3 und CD79 führte zur Klassifikation der Tumoren in T-Zell- (n = 26) oder B-Zell-Lymphosarkome (n = 7). 4 Tumore konnten nicht klassifiziert werden.

Die meisten T-Zell-Tumoren bestanden aus kleinen bis mittelgroßen CD3+ Lymphozyten, während 5 der 7 B-Zell-Tumoren durch zahlreiche kleine T-Lymphozyten infiltriert waren und deshalb weiter als T-Zell-reiche B-Zell-Lymphosarkome klassifiziert wurden.

Mittels immunhistochemischer Verfahren konnten keine Expression von Östrogen- und Progesteron-Rezeptoren sicher identifiziert werden.

Frische Tumorzellen von 6 Pferden banden zusätzlich an Antikörper auf equine CD4, CD5, CD8, CD21, oder major histocompatibility class II Moleküle, was zusätzlich die Einordnung als T-Zell- (n = 5) oder B-Zell-Tumore (n = 1) bestätigte.

T-Zell-Lymphosarkome sind bei Pferden nach dieser Untersuchung häufiger als B-Zell-Lymphosarkome, und inflammatorische Reaktionen, möglicherweise aufgrund von tumoreigener Zytokin-Produktion, sind häufig.



Quelle: J. Meyer, J. DeLay and D. Bienzle (2006): Clinical, Laboratory, and Histopathologic Features of Equine Lymphoma. In: Vet Pathol 43:914-924 (2006)



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PFERDEPRAXIS

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