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Richtiges `Managen` tragender H
Bayer201844.jpg Foto: © Bayer Animal Health
In dieser exzellenten Zusammenfassung des bekannten Autors Johnny Hoskins werden die neuesten Erkenntnisse bezüglich Ernährung, Bewegung, Impfungen, Entwurmungen, notwendiger Untersuchungen und möglicherweise verfälschter Laborwerte bei tragenden Hündinnen behandelt.

Bereits vor dem geplanten Belegen sollte die Hündin beim Tierarzt vorgestellt werden, um Basisdaten der klinischen Untersuchung zu erheben und die Kontrolluntersuchungen während der Trächtigkeit zu besprechen. Bei älteren Hündinnen empfiehlt sich die Durchführung eines kompletten Blutbilds, von Organprofilen und eines Urinstatus.
Die Untersuchung auf Brucella canis und, falls erwünscht, auch auf Herpesvirus-Titer kann nun ebenfalls erfolgen.

Die Trächtigkeit kann durch Palpation oder durch Ultraschalluntersuchung erfolgen. Bei dieser Gelegenheit werden erneut der Gesundheitszustand sowie Fütterung und Appetit überprüft. Auch Veränderungen der Aktivität und eine eventuell erforderlich werdende Trennung von anderen in der späteren Trächtigkeit können nun besprochen werden. Die letzte pränatale Untersuchung wird planmäßig etwa 10-14 Tage vor dem Geburtstermin durchgeführt. Nun kann auch per Röntgenbild des Abdomens die Zahl der Föten bestimmt werden. Gleichzeitig kann per ultraschalluntersuchung zu diesem Zeitpunkt die Gesundheit der Föten und ihre Herzfrequenz mit kontrolliert werden. Ist bei der Hündin eine vaginale Striktur vorberichtlich bekannt, wird diese mittels digitaler vaginaler Untersuchung überprüft, da sich manche während der Trächtigkeit weiten. Hämatokrit, Glucose- und Calciumspiegel sollten gleichfalls bei diesem Besuch überprüft werden. Auch bietet dieser Termin ausgezeichnete Gelegenheit, mit dem Hundebesitzer über Dystokie zu sprechen und ihn zu instruieren, ab nun zweimal täglich die rektale Temperatur zu messen und den Geburtsbeginn ermitteln zu können.

Die Diagnose der Trächtigkeit
Sie beginnt mit der Palpation des Abdomens und wird dann mittels Ultraschall und Röntgen präzisiert. Der ideale Termin für die Palpation ist zwischen dem 21. und 28. Tag, wo sich die einzelnen Föten in ihren Eihüllen wie kleine Golfbälle anfühlen.

Mittels Ultraschall kann ab dem 17. Tag die Trächtigkeit nachgewiesen werden. Sicherer ist allerdings der 25.-30. Tag nach der letzten Belegung. Fötale Bewegungen und Herzschläge sind ab dem 28. Tag sichtbar, allerdings können gasgefüllte Darmschlingen hier zu Fehlinterpretationen führen bzw. die Diagnose erschweren.
Die Röntgenuntersuchung macht die fötalen skelette ab dem 43.-45. Tag sichtbar. Zu empfehlen sind Aufnahmen in 2 Ebenen ab dem 50. Tag, um falsch-negative Resultate zu vermeiden.
Bei dieser Untersuchung sollten Magen und Colon leer sein, damit auch alle Föten sichtbar sind. Radiologische Untersuchungen sind ziemlich unempfindlich um Veränderungen des Fötus nachzuweisen, diese müssen mindestens 24 Stunden tot sein, ehe sich Veränderungen auf dem Röntgenbild zeigen.


Die Ernährung
Übergewichtige Hündinnen sollten vor dem Zuchteinsatz abnehmen, um die Konzeptionsrate zu verbessern und die Risiken einer Dystokie und Problemen der Laktation zu vermindern. Eine Trächtigkeit ist niemals der richtige Zeitpunkt zur Gewichtsreduktion!
Während der ersten drei Wochen nimmt die Hündin normalerweise nicht oder ganz wenig an Gewicht zu, so daß ein qualitativ hochwertiges Futter für adulte Hunde vollkommen ausreicht - es sei denn, die Hündin ist untergewichtig. Bei den Tieren, die außergewöhnlich dünn sind, kann dies durch die Gabe von Futter für wachsende Hunde oder für sehr aktive Hunde schnell korrigiert werden.
Ab der dritten Woche velieren viele Hündinnen den Appetit für ungefähr eine Woche, oft verbunden mit Übelkeit und leichtem Erbrechen. Dies normalisiert sich meist um die vierte Woche wieder.
Manche Hündinnnen zeigen auch während der gesamten Trächtigkeit einen schlechten Appetit. Da der Energiebedarf ebenso wie der an Protein und Kohlenhydraten steigt, sollte ein Futter für wachsende, tragende und laktierende Hunde gegeben werden. Eine zu rasche Umstellung der Fütterung kann allerdings zu gastrointestinalen Problemen führen.
Die benötigte Futtermenge während der späteren Trächtigkeit steigt mit der Welpenzahl und ihrem Wachstum. Eine durchschnittlich um 40% gesteigerte Futteraufnahme geht mit einer Steigerung des Gewichts um 20-55% einher. Wegen des zunehmenden intraabdominalen Drucks durch den wachsenden Uterus sollten viele kleine Mahlzeiten angeboten werden.
Hündinnen mit vielen Welpen können in der letzten Trächtigkeitswoche ein Unwohlsein im Abdomen empfinden und dadurch an vermindertem Appetit leiden. Viele, aber nicht alle Hündinnen stellen die Nahrungsaufnahme 24-48 Stunden vor Geburtsbeginn ein.
Zusätzliche Vitamingaben für tragende Hündinnen sind nicht anzuraten, eine Calciumsubstitution ist kontraindiziert.
Obwohl der Calciumbedarf der tragenden Hündin steigt, wird dieser über die vermehrte Futteraufnahme ausgeglichen. Eine Überversorgung mit Calcium zu diesem Zeitpunkt unterdrückt die Hormonproduktion der Parathyreoidea und erhöht das Risiko einer puerperalen Hypoglykämie!
Ein Vitamin A-Überschuß fördert die Bildung von Mißbildungen, v.a. von Gaumenspalten.
Folsäuremangel wird beim Menschen für Mißbildungen verantwortlich gemacht. Da aber hochwertige Hundefutter genügend Folsäure enthalten, brauchen B-Vitamine nicht zusätzlich gegeben zu werden. Vitamin C wird vom Hund in genügender Menge produziert und braucht nicht substituiert zu werden.
Ein Überschuß an Vitamin D kann die Calcium-mobilisierung der Hündin erschweren. Die Gabe von Omega 3-Fettsäuren maximiert die Entwicklung von Gehirn und Retina beim Fötus.

Teil 2: Bewegung, Impfungen und Parasitenkontrolle sowie Laboruntersuchungen folgen.

Quelle: J. Hoskins (2003): How to manage the pregnant bitch. In: DVM Newsmagazine September 1, 2003. www.dvmnewsmagazine.com/dvm/



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