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Diagnose des `felinen Asthma`
Bayer 1292.jpg Foto: © Bayer Animal Health
`Felines Asthma` ist eine verhältnismäßig seltene Erkrankung, die aber potentiell lebensbedrohlich und dramatisch verläuft und meist im Notdienst gesehen wird. Wie kann man nun das feline Asthma von anderen Atemwegserkrankungen unterscheiden?

Unter `Asthma` versteht man eine chronisch-inflammatorische Erkrankung in Bronchien und Bronchiolen, die Husten, Atemnot und Leistungsschwäche bedingen kann. Diese Symptome resultieren aus vermindertem Luftdurchfluß durch die Atemwege, die durch exzessive Schleimproduktion, Ödem der Wände und durch Bronchokonstriktion verengt sind. Leider gibt es derzeit keine Laboruntersuchung, die das feline Asthma gezielt nachweist.
Andererseits existieren zahlreiche andere potentielle Ursachen für akute Dyspnoe oder Husten bei Katzen: chronische Bronchitis, Herzversagen, Pneumonie (meist bakteriell, selten mykotisch bedingt), Neoplasien der Lunge, Parasitosen der Atermwege (Herzwürmer, Aerulostrongylus) und inhalierte Fremdkörper müssen differentialdiagnostisch bedacht werden.

Die primären Symptome des felinen Asthmas sind Husten und Atemprobleme, meist verursacht durch eine Kontraktion der glatten Muskulatur.

Klinisch und radiologisch findet man beim felinen Asthma eine plötzlich einsetzende angestrengte Atmung, die (gewöhnlich) schnell reversibel ist beim Einsatz der Kombination von Sauerstoff, Bronchodilatatoren und Corticoiden.
Radiologisch ist lediglich eine Verdickung der Bronchienwände zu sehen, die erdnuß- oder eisenbahnschienenartig aussieht. Zusätzlich zeigen die Katzen mit felinem Asthma gewöhnlich eine Entzündung der Atemwege mit zahlreichen Eosinophilen im tracheobronchialen Sekret.

Veränderungen der Lungenfunktion waren in den letzten 10 Jahren Gegenstand intensiver Forschungsarbeit der Universitäten von Illinois, Kalifornien und Chicago. Sie konnten Veränderungen bei Katzen mit chronischer Entzündung der unteren Luftwege nachweisen. Manche dieser Tiere zeigen einen erhöhten pulmonalen Widerstand, der nach der Gabe des beta 2-Agonisten Terbutalin verschwindet - ein Zeichen dafür, dass die Bronchokonstriktion bei diesen Tieren reversibel ist.

Weiterhin entwickeln einige dieser Katzen eine dramatische Bronchokonstriktion nach Aufnahme kleiner Mengen von Methacholin, einer Substanz, die in gleicher Dosierung praktisch keinerlei Auswirkungen auf die Lungenfunktion nicht-asthmatischer Katzen hat.
Dieser Befund ist der erste Nachweis einer spontanen, natürlich auftretenden Überreaktion der Atemwege einer nicht-menschlichen Spezies. Forscher der Universität Michigan haben begonnen, die Lokalisation von möglicherweise für Asthma verantwortlichen Gene auf den Chromosomen zu untersuchen.

Die ersten Symptome von Asthma sind Husten und Atemprobleme, oft verursacht durch Spasmen der glatten Atemwegsmuskeln. Dementsprechend sollten als erstes Bronchodilatatoren eingesetzt werden, um diese zu lösen. Diese Therapie gilt auch als Behandlungsmethode der Wahl bei Tieren mit intermittierenden Symptomen. Schließlich ist aus Untersuchungen aus der Humanmedizin bekannt, daß die chronische Entzündungsreaktion der Atemwege weitergeht, egal ob der Patient Symptome zeigt oder nicht. Daher sollten Tiere mit täglichen Symptomen mit antiinflammatorischen Mitteln therapiert werden, um die entzündliche Komponente der Erkrankung zu minimieren.


Quelle: Johnny Hoskins (2004): Feline asthma. In: DVM Newsmagazine January 1, 2004. www.dvmnewsmagazine.com/dvm/


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