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Offene oder gedeckte Analbeutelexstirpation beim Hund?
In dieser retrospektiven Studie wurden insgesamt 95 Hunde untersucht, denen nicht-neoplastische Analbeutel mittels unterschiedlicher Techniken chirurgisch entfernt worden waren. Ergebnis: Die Standardmethode (offen) hatte die höchste Komplikationsrate.

Die Krankenakten der 95 Hunde wurden bezüglich Signalement, Anamnese, klinische Untersuchung, Art der Analbeutelerkrankung, Operationsmethode (offen nach der alten OP-Methode, d.h. vor 1980, modifiziert-offen, d.h. nach der Standardmethode nach 1980, und gedeckt) und postoperativen Komplikationen verglichen.

Bei 57 Hunden war eine gedeckte und bei 38 eine offene Operationsmethode gewählt worden. Lediglich 3 Hunde entwickelten kurzfristige Komplikationen wie übermäßige Drainage, Rutschen auf dem Hinterteil und Entzündung oder Serome. 14 der Tiere zeigten langfristige Komplikationen wie kontinuierliches Lecken des Operationsgebietes, Kotinkontinenz, Fistelbildung oder Strikturen. Das Auftreten postoperativer Komplikationen war eindeutig in Zusammenhang mit der gewählten Operationstechnik: Die Tiere, die mit der alten offenen Standardmethode (vor 1980) operiert worden waren, hatten 13.67 mal häufiger Langzeit-Komplikationen als die mit gedeckter Operationstechnik.

Das Gewicht des Hundes hatte ebenso wenig wie die Art der Analbeutelerkrankung, das Alter zum Operationszeitpunkt und die Frage, ob die Wunde postoperativ chirurgisch verschlossen worden war signifikanten Einfluß auf das Auftreten postoperativer Komplikationen.

Nach dieser Studie ist die Analbeutelexstirpation eine sichere und effektive Therapie bei den unterschiedlichsten nicht-neoplastischen Analbeutelerkrankungen des Hundes, bei der eine niedrige Komplikationsrate zu erwarten ist. Die höchste Komplikationsrate ist bei der alten offenen Standardmethode zu erwarten, während die Komplikationsraten bei der gedeckten oder modifiziert-offenen Methode vergleichbar sind.


Quelle: Hill LN, Smeak DD (2002): Open versus closed bilateral anal sacculectomy for treatment of non-neoplastic anal sac disease in dogs: 95 cases (1969-1994). In: J Am Vet Med Assoc 2002 Sep 1;221(5):662-5


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KLEINTIERPRAXIS

Intraoperative bakterielle Kontamination bei Hunden waehrend orthopaedischer Eingriffe
Eine brisante und sehr aktuelle Fragestellung: Wie häufig ist die bakterielle Kontamination des Patienten, der sich einer sterilen orthopädischen Operation unterzieht, wo ist die Kontaminationsquelle und welche Risikofaktoren gibt es für den Chirurgen? Und gibt es einen Zusammenhang zwischen intraoperativer Kontamination und Infektion des Operationsfeldes (SSI)? Insgesamt 100 privat gehaltene Hunde, bei denen ein Eingriff am Kniegelenk vorgenommen wurden, nahmen an dieser hochinteressanten prospektiven klinischen Studie teil.

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