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Atrium-Septum-Defekt bei Hunden und Katzen h
Eine Mißbildung, die bei Menschen häufig, bei Tieren nach herrschender Lehrmeinung eher selten auftritt. Nun wird diese Meinung dank moderner diagnostischer Verfahren revidiert - immerhin wird dieser Defekt bei fast 40% der kongenitalen Herzerkrankungen diagnostiziert. Und noch ein interessantes Ergebnis der französischen Studie: Fast 75% der Patienten waren klinisch unauffällig!

Atrium-Septum-Defekte (ASD) zählen zu den kongenitalen Herzerkrankungen (CHD). Mittels moderner diagnostischer Verfahren wie in Echocardiographie und Doppler-Untersuchung, die das interatriale Septum gut sicht- und beurteilbar machen, sollte heutzutage ein ASD am wachen Tier früher und exakter diagnostiziert werden können.

Eine retrospektive Studie an Hunden und Katzen, bei denen in den letzten Jahren (2001–2005) ein ASD mittels der Kombination aus Echocardiographie und Farbdoppler diagnostiziert worden war, wurde an der Cardiology Unit of Alfort durchgeführt.

ASD wurde bei 156 Tieren diagnostiziert und stellte damit 37.7% aller bei Hund und Katze diagnostizierten CHDs (n = 414) dar.

ASD war nach einer Mitralisdysplasie die zweithäufigste CHD bei beiden Tierarten.

Boxer und Domestic Shorthair waren die am häufigsten betroffenen Rassen bei Hunden und Katzen.

Fast alle Defekte (98.7%) waren secundum-type ASD, und sie blieben bei 73.7% ohne klinische Symptome.

Die häufigsten klinischen Symptome waren systolisches Herzgeräusch mit Punctum maximum über der linken Herzbasis (20.2%), Leistungsschwäche (7.0%), Synkopen (5.3%), Dyspnoe (2.6%) und Husten (2.6%).

Tiere, bei denen ein systolisches Herzgeräusch mit Maximum über der linken Herzbasis festgestellt wurde, hatten signifikant häufiger ASD als die übrigen (P < 0.05).

Dieser Untersuchung zufolge ist die Inzidenz von ASD bei Hunden und Katzen deutlich höher als zuvor vermutet. Diese Möglichkeit sollte auch immer bei Patienten, die ein systolisches Herzgeräusch mit Punctum maximum über der linken Herzbasis haben, in Betracht gezogen werden, selbst wenn in der Regel die klinischen und hämodynamischen Folgen eher gering sind.




Quelle: Chetboul, V., Charles, V., Nicolle, A., Sampedrano, C. Carlos, Gouni, V., Pouchelon, J.-L. & Tissier, R. (2006): Retrospective Study of 156 Atrial Septal Defects in Dogs and Cats (2001–2005). In: Journal of Veterinary Medicine Series A 53 (4), 179-184.




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